Willkommen auf der Station D91

Meine Schwester fuhr mich zurück ins Klinikum. Etwas mulmig war mir schon muss ich gestehen. Das letzte Mal, als ich im Krankenhaus gelegen hatte, mussten meine Mandeln dran glauben. Das war jetzt aber auch schon knappe 30 Jahre her. Und mit Mandeln hatte es diesmal so rein gar nichts zu tun.

Auf der Station erwarteten sie mich schon, waren aber nicht verwundert, dass ich mehr als eine Stunde von der Notaufnahme in die Station gebraucht hatte.

Ein netter Pfleger brachte mich in mein Zimmer, Nummer 5. Anfangs war ich allein und hatte die Hoffnung, dass dem auch so bleiben würde. Allerdings ein Stündchen später kam meine neue Nachbarin, während ich mein Abendessen vor mir stehen hatte.

♥️ Fitkost Salat ♥️

Eine ältere Frau mit Lähmungserscheinungen, die mindestens genauso so verwirrt war wie ich, lag jetzt im Bett neben mir. Sie hatte scheinbar nicht mehr die Möglichkeit noch mal schnell zuhause das Nötigste zu packen. Außer ihrer Handtasche und ihrem Mantel hatte sie nichts dabei.

Auf der Station bereitete man sich schon auf die Nachtruhe vor, klar, war ja auch schon 18 Uhr und es war dunkel draußen. Um halb sieben gab es die Thrombose Spritze und den Blutdruck Senker und dann war Schlafenszeit. Einen Arzt bekam ich erst am nächsten Morgen zu sehen.

Nummer 6 kam nach dem Frühstück. Vorher herrschte schon Verwirrung bei den Pflegern, da ich doch tatsächlich nur abends eine Tablette auf dem Zettel stehen hatte. Ganz im Gegensatz zu meiner Nachbarin, die hatte schon verschiedene Infusionen, die langsam in sie rein flossen.

Nun war er aber da, der Arzt, der mich kritisch beäugte. Er fragte, warum ich da sei und wer mir die Aufklärungsbögen von der Lumbalpunktion und dem MRT vom Kopf gegeben hätte. Das war Neurologin Nr. 5 aus der Notaufnahme. So wirklich begeistert schien er nicht von der Idee. Für den Vormittag war eine Untersuchung der Nervenbahnen in den Armen und Füßen geplant.

Irgendwann kam ein junger Mann, der mich samt Bett gefühlt durch das halbe Haus schob. Meine Gegenwehr hatte ihn nicht wirklich interessiert 🤷🏼‍♀️ er hatte den Auftrag mich in der Abteilung abzuliefern, wo man Strom durch mich jagen wollte. Und da war es auch egal, dass er eigentlich keine Ahnung hatte, wo wir lang mussten.

Selbst die Schwester, die mit mir die Tests gemacht hat, war völlig irritiert, dass ich da plötzlich im Bett vor ihr lag. Noch verwirrter war sie, als ich quasi wie ein junges Reh aus dem Bett sprang um in den Untersuchungsraum zu gehen.

Ich legte mich auf Liege und schon hatte ich drei Nadeln im Kopf. Die Gegenpole kamen erst an die Arme und dann an die Beine.

So richtig angenehm war das nicht, besonders in den Füßen, weil da brauchte es mehr Strom als gedacht um meine Zehen zucken zu lassen. Die Finger zuckten gleich beim ersten Mal und das auch mit wenig Strom.

Insgesamt dauerte die Untersuchung etwas mehr als eine halbe Stunde und mein Bett wartete in der Zwischenzeit artig auf dem Flur auf mich. Es ging auf Mittag zu und mein Bauch freute sich schon auf das Essen.

Das ganze Mittagessen für die Station

Auf dem Flur liegend kamen der Assistenzarzt Nr. 6 und der Oberarzt Neurologe Nummer 7 vorbei. Sie schauten sich meine Daten an während Nummer 6 kurz erklärte, was ich da machen würde und wer ich wäre. Die zwei hatten scheinbar auch schon das Mittagessen auf dem Zimmer und zogen eilig von Dannen.

Mittlerweile wartete ich schon eine Stunde auf den Rücktransport, also beschloss ich, mich allein auf den Weg zu machen, ohne Bett.

Mein Essen wurde zum Glück warm gehalten, so konnte ich Spinat, Omelett und Kartoffelpü in warmem Zustand genießen. War auch wirklich lecker.

Als ich zum Schwestern Zimmer ging um meine Zettel der Untersuchung abzugeben, starrte ich in ein ungläubiges Gesicht, als ich erzählte, dass ich ohne Bett wieder hoch gekommen war. Das kam wohl auch nicht so häufig vor. Ich sollte wieder zu meinem Bett gehen und warten. Also machte ich das auch.

Neurologe 6 und 7 hatten mir auf dem Flur noch die Aufgabe gegeben, die MRT Aufnahmen aus Heli auf CD zu organisieren. Mit einigen Telefonaten und viel Glück war das auch an einem Freitag Mittag noch möglich. Ein riesen Dank muss hier in die Orthopädische Klinik in Heli, die Mädels am Telefon waren super und spontan. So konnte meine Mutter einen kleinen Ausflug an den Meißner machen um mir die CD zu bringen. Ein paar Hausschuh hatte sie auch noch im Gepäck, die hatte ich zuhause vergessen.

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